Wenn Sie eine Genuafurling-Anlage oder ein Code-0-System installieren, sitzt die Trommel am Tack des Segels. Sie ziehen an der Reffleine und das Segel rollt ein. Einfach in der Theorie. Aber die Leine muss von der Trommel bis ins Cockpit geführt werden, und ohne die richtigen Blöcke an den richtigen Stellen entstehen Leinenverschleiss, zu viel Reibung oder eine Leine, die sich bei 20 Knoten Wind kaum noch ziehen lässt.
Die gute Nachricht: die richtigen Blöcke auszuwählen ist nicht kompliziert, sobald Sie die drei Positionen kennen, die die Leine durchlaufen muss, und verstehen, was jede Position verlangt.
Drei Positionen, die jede Reffleine durchlaufen muss
Jede Rollreffanlage benötigt mindestens drei Umlenkpunkte zwischen der Trommel und dem Cockpit:
Position 1 - der stehende Umlenkblock am Mastfuss. Hier verlässt die Reffleine den Trommelbereich und läuft achteraus entlang des Decks. Dieser Block nimmt die höchste Belastung auf, da er die gesamte Zugkraft der Trommel umlenkt. Es muss immer ein Stehblock sein (decksmontiert mit festem Halter), positioniert so nah wie möglich am Mastfuss, damit die Leine von diesem Punkt parallel zum Deck verläuft.
Position 2 - Führungsblöcke entlang des Decks. Zwischen Mast und Cockpit muss die Leine am Seitengang entlanggeführt werden, ohne über Wantenspanner, Klampen oder Deckseinbauten zu scheuern. Je nach Deckslayout können das ein oder drei Blöcke sein. Diese Blöcke tragen eine mittlere Last und müssen mit geringer Reibung laufen.
Position 3 - der Cockpiteintrittsblock. Die letzte Umlenkung, bevor die Leine in Ihre Hand oder auf die Winsch kommt. Hier ist die Belastung am geringsten, aber die Nutzungshäufigkeit am höchsten. Eine Ratschen-Ausführung gibt Ihnen gute Kontrolle: die Ratsche greift beim Einrollen unter Last und läuft frei, wenn Sie das Segel ausrollen möchten.
Blockgrösse und Leinendurchmesser richtig aufeinander abstimmen
Der häufigste Fehler ist, einen Block zu wählen, der "ungefähr passt", anstatt den Scheibenbereich mit dem tatsächlichen Leinendurchmesser abzugleichen. Eine zu kleine Scheibe klemmt die Leine. Eine zu grosse Scheibe lässt die Leine seitlich wandern. Die Leine sollte komfortabel in der Mitte des angegebenen Durchmesserbereichs des Blocks liegen.
Für die häufigsten Reffleinendurchmesser empfiehlt das 123Furling-Team folgende Orientierung:
| Leinendurchmesser | Empfohlene Blockgrösse | Typische Bootslänge |
|---|---|---|
| 6-8 mm | 30-40 mm Scheibe (PBB 40, BBB 30) | bis 10 m |
| 8-10 mm | 40-50 mm Scheibe (BBB 40, PBB 50) | 10-12 m |
| 10-12 mm | 50-60 mm Scheibe (PBB 50, PBB 60) | 12-15 m |
| 12-14 mm | 60-70 mm Scheibe (PBB 60, PBB 70) | über 15 m |
Wenn Sie Ihre Reffleine noch nicht gewählt haben, erklärt unser Leitfaden zu Reffleinendurchmesser und Länge, wie Sie die richtige Grösse für Ihr Boot und System bestimmen. Der Leinendurchmesser bestimmt die Blockgrösse - fangen Sie also damit an.
PBB oder BBB: wann sind Kugellager die Mehrkosten wert?
Seldéns Blocksortiment gliedert sich in zwei Hauptreihen: PBB (Gleitlager) und BBB (Kugellager). Der Preisunterschied beträgt typisch 10 bis 15 Euro pro Block. Ob sich das lohnt, hängt von der Position ab:
Stehblock am Mastfuss: immer Kugellager. Dieser Block lenkt die höchste Last um, und Reibung hier wirkt sich auf den gesamten Verlauf bis zum Cockpit aus. Der Seldén BBB 30 Stehblock zu €29,77 ist nur wenige Euro teurer als das Gleitlageräquivalent und hält bei täglichem Einsatz deutlich länger.
Führungsblöcke entlang des Decks: Kugellager ist die bessere Wahl. Die Leine läuft ständig durch diese Blöcke. Weniger Reibung bedeutet weniger Kraftaufwand beim Einrollen im Wind und weniger Leinenverschleiss über die Zeit. Der Seldén BBB 40 mit D-Schäkel (€39,04) ist für Boote von 10-14 Metern der meistgenutzte Block in unserem Sortiment.
Cockpiteintritt: Gleitlager reicht aus. Wenn Sie hier einen Ratschen-Block einsetzen, übernimmt die Ratsche die Kontrollarbeit - die Lagerbelastung ist gering. Ein Seldén PBB 50 (€29,59) ist an dieser Position vollständig ausreichend.
Die Ausnahme: grosse Boote mit Leinen über 12 mm. In dieser Grösse liefern Gleitlagerblöcke wie der PBB 70 eine höhere Sicherheitsarbeitslast bei niedrigerem Preis als Kugellager-Äquivalente. Für Boote über 15 Meter sind PBB 60 oder PBB 70 an den Führungspositionen oft die sinnvollere Wahl.
Der Stehblock am Mastfuss: der Fehler, den die meisten Segler machen
Einen D-Schäkel-Block am Mastfuss statt eines Stehblocks zu verwenden ist der mit Abstand häufigste Fehler, den das 123Furling-Team beobachtet. Ein D-Schäkel-Block hängt frei und schwenkt mit den Bootsbewegungen. Die Reffleine läuft dann ständig in wechselnden Winkeln durch die Scheibe, verschleisst ungleichmässig und springt gelegentlich von der Scheibe, wenn die Leine durchhängt.
Ein Stehblock wie der Seldén BBB 30 Stehblock löst dieses Problem vollständig. Die Deckshalterung hält den Block jederzeit in der richtigen Ausrichtung. Der Federmechanismus hält die Leine in der Scheibe, auch wenn sie durchhängt. Montieren Sie ihn so nah wie möglich am Mastfuss, so ausgerichtet, dass die Leine von der Trommel mit einer sanften Biegung nach achtern umgelenkt wird - eine enge Biegung am Trommelausgang ist die Stelle, an der Reffleinen zuerst versagen.
Führung entlang des Decks: Wanten-Blöcke oder Geradeauslauf?
Zwischen dem Mastfuss-Stehblock und dem Cockpit haben Sie zwei praktische Optionen: Wanten-montierte Blöcke oder einen geraden Lauf durch deckseitige Klüsen.
Wantenblöcke montieren an der Wantenbasis und halten die Reffleine an der Seite des Bootes, aus dem Weg des Deckverkehrs. Sie funktionieren gut, aber nur wenn die Wantenposition eine tatsächliche Richtungsänderung der Leine bewirkt. Ein Block, durch den die Leine fast gerade durchläuft und kaum umgelenkt wird, fügt nur Reibung hinzu, ohne etwas Nützliches zu leisten.
Legen Sie vor jeder Montage die Leine lose vom Mastfuss-Stehblock bis zum Cockpit und sehen Sie, welchen Weg sie von selbst nehmen möchte. Wo die Leine ohne Block an einer Wante, Klampe oder Deckseinbau scheuern würde, kommt ein Block hin. Wo die Leine frei durch die Luft läuft, braucht es keinen Block. So wenige Blöcke wie nötig, um die Leine frei vom Deck zu halten, ist immer die beste Lösung.
Welche Blöcke für welches Boot: praktische Übersicht
Basierend auf dem, was das 123Furling-Team zuverlässig über verschiedene Bootstypen hinweg beobachtet:
- Boote von 8,5-11 m: BBB 30 stehend am Mastfuss + ein oder zwei BBB 30 oder BBB 40 Führungsblöcke + PBB 40 oder PBB 50 am Cockpit. Materialkosten ca. €60-100.
- Boote von 11-13,5 m: BBB 30 oder BBB 40 stehend am Mastfuss + BBB 40 oder BBB 60 Führungsblöcke + PBB 50 am Cockpit. Materialkosten ca. €100-150.
- Boote von 14-17 m: BBB 40 stehend am Mastfuss + BBB 60 Führungsblöcke + PBB 60 am Cockpit. Materialkosten ca. €140-190.
Wenn Sie gleichzeitig eine neue Reffleine benötigen, ist unsere endlose Reffleine in 8, 10 und 12 mm erhältlich, bereits gespleisst und einbaufertig. Wählen Sie zuerst den Durchmesser, dann die passenden Blöcke.
Für einen Vergleich der Lagertypen und weitere Details zur Blockkonstruktion lesen Sie unseren Ratgeber zu Lagertypen in Segelblöcken.
Unsicher, welche Kombination zu Ihrer spezifischen Anlage passt? Nutzen Sie den 123Furling Produktberater oder schreiben Sie an info@123furling.com mit Ihrer Bootslänge und dem Vorstag-Durchmesser.